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Zu Kettners eigentümlicher "Logik"


Mit der Analyse der einfachen nicht preisbestimmten Ware macht Marx den Anfang damit, den naturwüchsigen Charakter der Selbstorganisation der kapitalistischen Gesellschaft zu erklären, der nämlich darauf beruht, dass deren Strukturen zwar sämtlich von Menschen geschaffen werden, sie dies aber nach einer Seite hin auf eine ihnen unbewusste Weise tun und ihnen auch die Strukturen nach einer Seite hin unbewusst bleiben, was Marx, wie schon der Warenfetisch zeigt, aus der jeweiligen durch die Erscheinungsformen des Werts bestimmten Gestalt erklärt.
Mit dem so charakterisierten ersten Kapitel löst Marx das bedeutsame Problem, das sich damit stellt, dass – wie es mit der kapitalistischen Gesellschaft der Fall ist -, der darzustellende Gegenstand einen durch eine immer auch naturwüchsige Selbstorganisation bestimmten Systemcharakter besitzt. Denn was den Menschen von ihrer Gesellschaft bewusst ist und was nicht, muss sich aus den Eigentümlichkeiten der von ihnen geschaffenen Strukturen ergeben.
Da das, was ihnen bewusst ist und die Intentionalität ihres Handelns bestimmt, ist immer schon durch die Teile der Strukturen geprägt, die ihnen unbewusst sind. Aus diesem Grund muss die Darstellung der kapitalistischen Gesellschaft mit den Menschen unbewussten Strukturen beginnen und durch diese erklärt werden, warum sie den Menschen unbewusst sind und auf welche Weise sie auch das Handeln nach der Seite bestimmen, nach der es den Menschen bewusst ist.
Das, was in diesem Sinne methodisch das erste Kapitel bedeutet, zeigt die ungeheure Tragweite, welche der Anfang des Kapitals mit der einfachen nicht preisbestimmten Ware für die Darstellung des kapitalistischen Gesamtreproduktionsprozesses besitzt, der in seinem naturwüchsigen Charakter durch einen besonderen Zusammenhang von Struktur und Handlung geprägt ist.

Solche Kapitalinterpreten die, wie Fabian Kettner, einer Beliebigkeit der wissenschaftlichen Darstellung der bürgerlichen Gesellschaft das Wort reden, und die auch nicht die geringste Ahnung von der Systemstruktur der ökonomisch gesellschaftlichern Wirklichkeit, geschweige denn von der darauf ausgerichteten methodischen Verfahrensweise von Marx haben, denunzieren diesen eminent wichtigen Zusammenhang zwischen der eigentümlichen Logik der Darstellung und der Eigentümlichkeit des darzustellenden Gegenstandes als eine primitive naive Widerspiegelungstheorie.
(Wird fortgesetzt)

 


Dieter Wolf
Der dialektische Widerspruch im Kapital
Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie
VSA Verlag für das Studium der Arbeiterbewegung,
473 Seiten, Hamburg 2002.
ISBN