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Neue Texte


 

Dieter Wolf

Marx’ „Kapital“ – Bemerkungen zu seinem wissenschaftlichen Status, zu seinem Stellenwert in der Geschichte der Theorien und zum inneren Zusammenhang seiner drei Bände

(Ankündigungstext für einen Vortrag, der vom Verfasser auf Einladung der
MASCH Hamburg am 3. Juli 2009 gehalten wird)

Im ersten Teil des Vortrags wird versucht zu bestimmen, worin der  wissenschaftliche Status des „Kapitals“ besteht, und welchen Stellenwert es in der Geschichte der Theorien einnimmt. Es wird hierbei entscheidend darauf ankommen zu erklären, inwiefern das „Kapital“ die lineare Darstellung nichtlinearer ökonomisch gesellschaftlicher Prozesse ist, und welche Rolle es als Ausgangsbasis für das Verständnis des Zusammenhangs von Natur- und Menschengeschichte spielt. Unter bestimmten historisch  gewordenen  Bedingungen konnte die kapitalistische Gesellschaft und mit ihr zum ersten Mal  in der Menschheitsgeschichte gesellschaftliche Arbeit als entscheidendes Vermittlungsglied zwischen Mensch und Natur erkannt und von Marx im „Kapital“ dargestellt werden. Eine gründliche Aneignung des „Kapitals“, die immer auch eine philologische ist, dient dem Bemühen um ein angemessenes Verständnis der bürgerlichen Gesellschaft und der Bedingungen ihrer emanzipatorischen Veränderungen, ohne in überhistorisches Räsonnieren oder utopistische Spekulationen zu verfallen. 
Im zweiten Teil des Vortrags wird der Zusammenhang der drei Bände des „Kapitals“ behandelt. Hierbei wird es insbesondere um die im dritten Band dargestellte Entwicklung des Produktionspreises gehen. Jede ökonomisch gesellschaftliche Form des Werts ist als Resultat des unbewusst – bewussten Handelns der Wirtschaftssubjekte nachzuweisen. Dies gilt auch für den Produktionspreis, der als in Geld ausgedrückte Erscheinungsform des Werts der Waren auf der Ebene des gesellschaftlichen Gesamtkapitals entsteht. Weder existiert, wie Böhm - Bawerk behauptet, ein Widerspruch zwischen dem ersten und dem dritten Band des „Kapitals“ noch gibt es, wie Michael Heinrich behauptet, ein die Werttheorie zerstörendes „Transformationsproblem“.

Vortrag: Termin: Freitag, o3.o7.2oo9, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, WIWI Bunker, Von-Melle-Park 5, 3. Stock, Raum 3o34
Workshop: Termin Samstag, o4.o7.2oo9, 1o-14 Uhr
Ort: Universität Hamburg, WIWI Bunker, Von-Melle-Park 5, 3. Stock, Raum 3o34

 

 

Dieter Wolf

Bemerkungen zu Friedrich Engels Schrift über den „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“

(Ankündigungstext zu einem Vortrag, den der Verfasser am 14. 11. 2009 in Hamburg
im Rahmen eines „Darwintages“ halten wird)

Friedrich Engels leitet seine unvollendete Schrift mit einem kurzen, aus drei Sätzen bestehenden Absatz ein. Die Bedeutung, die er der „Arbeit“ als „Anteil an der Menschwerdung des Affen“ beimisst, umschreibt er mit den Worten: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums, sagen die politischen Ökonomen. Sie ist dies - neben der Natur, die ihr den Stoff liefert, den sie in Reichtum verwandelt. Aber sie ist noch unendlich mehr als dies. Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, daß wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“ Wenn Engels der „Arbeit“ diese Bedeutung beimisst, dann stößt man auf Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, bestimmen zu müssen, dass es sich nicht um irgendeine „Arbeit“ handelt, sondern in einem ganz bestimmten Sinne um „gesellschaftliche Arbeit“. Gerade auch angesichts einer reduktionistisch- instrumentalistischen Auffassung von „Arbeit“ in den Evolutionstheorien kommt alles auf das Verständnis der „gesellschaftlichen Arbeit“ als einem bestimmten Verhalten der Menschen zueinander und zur Natur an. Nur dann vermag man, zu erkennen, ob und inwieweit sie die „erste Grundbedingung menschlichen Lebens“ ist, mit der sich im Verlaufe der Evolution die Einheit von Natur- und Menschengeschichte entwickelt, die in einer gerade heute rapide voranschreitenden Vereinheitlichung der Natur- Sozial- und Geisteswissenschaften zum Ausdruck kommt.

 

 

Dieter Wolf, Ausführungen zum Systemcharakter der ökonomisch gesellschaftlichen Verhältnisse, zu den methodisch bedeutsamen Abstraktionen und zur „Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten“

 

 

Dieter Wolf, Gesellschaftliche Praxis und das Problem der Geldware. In: Ansgar Knolle-Grothusen, Stephan Krüger, Dieter Wolf. "Geldware, Geld und Währung. Grundlagen zur Lösung des Problems der Geldware".
Argumentverlag Hamburg, Oktober 2008, ISBN • 978-3-88619-345-5 (262 Seiten, [D])
www.argument-buchhandlung.de 10999 Berlin, Reichenberger Straße 150

 

Editorial
Die aktuelle weltweite Kreditkrise, die ihren Ausgang von den „Subprime- Hypotheken“ in den USA nahm, zeigt deutlich, dass der unvermittelte Umschlag des Kreditsystems ins Monetarsystem keineswegs nur ein Phänomen des Geldsystems des 19. Jahrhunderts war, welches heutzutage keine Gefahr mehr darstellen würde. Diese Gefahr, heute mit einer aus der Kernreaktortechnologie entlehnten Metaphorik gern als „Kernschmelze des internationalen Finanzsystems“ und „GAU“ bezeichnet, rückt die Frage nach der Qualität des heutigen Geldes erneut ins Zentrum des Interesses.
Die seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems nicht mehr gegebene formelle und fixe Konvertibilität der Währungen gegenüber der Geldware Gold hat verschiedene Interpreten des Marxschen Kapitals veranlasst, die Notwendigkeit einer Geldware für die Konsistenz der Marxschen Theorie in Frage zu stellen. In Auseinandersetzung mit solchen Interpretationen, die sich um ein Kapital ohne Geldware bemühen, wird zunächst die Notwendigkeit der Existenz einer Geldware auf den Abstraktionsebenen der Darstellung der ersten drei Kapitel des Kapitals als Resultat einer gesellschaftlichen Praxis nachgewiesen, in der die Menschen unbewusst-bewusst die in unterschiedlich entwickelten Formen des Werts erscheinenden ökonomisch gesellschaftlichen Verhältnisse schaffen.
Weiterhin wird der Entfaltung der Geldfunktionen im Marxschen Werk und der daraus resultierenden besonderen Geldformen bis hin zum Kreditund Bankensystem nachgegangen und die Verselbstständigung dieser Geldformen gegeneinander sowie ihr vielfach vermittelter Rückbezug auf die Geldware untersucht.
Abschließend wird das heutige Zentralbankgeld als eine spezifische Symbiose von Wertzeichen und Kreditgeld bestimmt und der Versuch unternommen, anhand der Geldpolitik der Deutschen Bundesbank die praktische Vermittlungskette von der Geldware zum heutigen Repräsentativgeld darzustellen, d.h den praktischen Denominationsprozess darzustellen, der es den Währungen ermöglicht, auch bei nicht mehr gegebener formeller Goldkonvertibilität als Maß der Werte zu dienen.
Mit dem, was zu diesen drei Komplexen in den Beiträgen dieses Buchs ausgeführt wird, soll eine Grundlage geschaffen und ein Anstoß gegeben werden für weitere Forschungen, um ausgehend von den Basiskategorien des Marxschen Kapitals deren Vermittlung mit den heutigen Erscheinungsformen von Geld, Währung und Preisen schlüssig darzustellen.

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Dieter Wolf: Zur Methode in Marx’ „Kapital“ unter besonderer Berücksichtigung ihres logisch-systematischen Charakters. Zum Methodenstreit zwischen Wolfgang Fritz Haug und Michael Heinrich. In: Ingo Elbe, Tobias Reichardt, Dieter Wolf: Gesellschaftliche Praxis und ihre wissenschaftliche Darstellung.
Beiträge zurKapital-Diskussion Wissenschaftliche Mitteilungen.
Heft 6. Argument Verlag, Hamburg, 2008. ISBN • 978-3-88619-655-5 (265 Seiten, [D])
www.argument-buchhandlung.de 10999 Berlin, Reichenberger Straße 150

 

Klappentext:

In diesem Sammelband geht es um wichtige Aspekte der wissenschaftlichen Darstellung der gesellschaftlichen Praxis, soweit sie Gegenstand der ersten Kapitel im ersten Band des Kapitals ist. Mit der Betonung der gesellschaftlichen Praxis wird auf den ebenso selbstverständlichen wie grundlegenden Sachverhalt abgehoben, dass die ökonomisch gesellschaftlichen Strukturen von den Menschen in ihrem Verhalten zueinander und zur Natur auf eine bestimmte unbewusst-bewusste Weise geschaffen und gestaltet werden.Der Zusammenhang von ökonomisch gesellschaftlichen Strukturen und dem Handeln der Menschen zeichnet sich als gesellschaftliche Praxis durch bestimmte mit dem Kapitalverhältnis gegebene Eigentümlichkeiten aus. Die methodische Verfahrensweise der Darstellung, mit der die gesellschaftliche Praxis erklärt werden soll, muss sich, um diesen Eigentümlichkeiten gerecht zu werden, ebenfalls durch ganz bestimmte Eigentümlichkeiten auszeichnen, die für ihren wissenschaftlich rationalen Charakter verantwortlich sind. Mit den Einsichten, die Marx in Auseinandersetzung mit dem ihm zugänglichen Stück Zeitgeschichte und den einschlägigen ökonomischen Theorien über den kapitalistischen Gesamtreproduktionsprozess gewonnen hat, konnte er dessen wissenschaftliche Darstellung im Zeichen der „contemporären Geschichte des Kapitals“ methodisch auf das ausrichten, was er den „idealen Durchschnitt“ und die „Kernstruktur“ des Kapitals nannte. Mit dem hier sich eröffnenden methodischen Horizont wird auch erklärt, warum die Darstellung gerade als logisch systematische kein der gesellschaftlichen Praxis äußerliches Gedankenkonstrukt ist.
Auf welche wissenschaftlich rationale Weise im Kapital die durch die besondere gesellschaftliche Praxis gegebenen Probleme gelöst werden, wird detailliert an Hand einer Auseinandersetzung mit repräsentativ ausgewählten Kapital-Interpretationen an konkreten Schritten der Darstellung der ökonomisch gesellschaftlichen Formen nachvollzogen. Hierbei werden auch vermeintliche und wirkliche Ambivalenzen und Veränderungen in der Darstellung einiger dieser ökonomisch gesellschaftliche Formen in den verschiedenen Auflagen des Kapitals berücksichtigt.

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Michael Sommer / Dieter Wolf, Imaginäre Bedeutungen und historische Schranken der Erkenntnis. Eine Kritik an Cornelius Castoriadis Hamburg 2008, Argument Verlag • ISBN 978-3-88619-344-8 ( 274 Seiten, [D])
www.argument-buchhandlung.de 10999 Berlin, Reichenberger Straße 150

 

Klappentext:

In der Auseinandersetzung mit dem Kapital von Karl Marx machen sich Tendenzen bemerkbar, „hermetische Lesarten“ der Kritik der politischen Ökonomie wegen ihrer angeblichen Verschlossenheit gegenüber Konzepten von „Praxis“, „Kampf“ und „Widerspruch“ zu kritisieren. Vertreter dieser Tendenz nehmen dabei nicht zufällig Elemente auf, die sich auch im Werk von Cornelius Castoriadis finden. In der Auseinandersetzung mit seiner Philosophie werden daher auch Theorien in Frage gestellt, die eine Kritik an „strukturfetischistischen“, für menschliches Handeln keinen Platz lassenden Interpretationen des Kapitals üben. So berechtigt diese Kritik ist: Gegner eines „Strukturfetischismus’“ schütten das Kind mit dem Bade aus, wenn sie glauben, sich ohne Rekurs auf die von den Menschen selbst geschaffenen, aber nach einer Seite hin unbewussten ökonomisch-gesellschaftlichen Strukturen für eine schöpferische, auf die Emanzipation der Menschen ausgerichtete Praxis einsetzen zu können.
Angesichts der Bedeutung, die Aristoteles’ Auffassung von Gerechtigkeit und Gleichheit in der politisch-theoretischen Diskussion zukommt, geht es darum, wie sich Castoriadis mit Aristoteles auseinandersetzt und vergeblich versucht, ihn gegen Marx auszuspielen. Die – auch als Beitrag zur Interpretation der Kritik der politischen Ökonomie zu verstehende – Abhandlung ist daher nicht nur wegen der spürbaren „Renaissance“ des Werkes von Cornelius Castoriadis aktuell. Es geht auch darum, mit Hilfe des Marxschen Kapitals die Bedingungen einer emanzipatorischen Praxis aufzuzeigen, mit der die Menschen beginnen können, sich aus der von ihnen selbst geschaffenen und damit selbst verschuldeten Naturwüchsigkeit ihres ökonomisch-gesellschaftlichen Zusammenhangs zu befreien.

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Der Begriff des dialektischen Widerspruchs in Marx' »Kritik des Hegelschen Staatsrechts«
Auszug aus dem Buch "Der dialektische Widerspruch im Kapital"


„Nachlese“ zu einer Diskussion des Artikels über „Marx` Verständnis des Werts und der abstrakt menschlichen Arbeit in den Grundrissen“. (Der zur Diskussion gestellte Artikel ist zur Zeit auf dieser website („Neue Texte“) zugänglich und später unter dem Menupunkt „Artikel“).


Marx`Verständnis des Werts und der abstrakt menschlichen Arbeit in den „Grundrissen"


Zur Methode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten.


Wert und abstrakt menschliche Arbeit in Michael Heinrichs Buch „Wie das Marxsche „Kapital“ lesen?


Konstitutive Rolle der theoretischen Abstraktionen für die Methode der wissenschaftlichen Darstellung.
Vortrag gehalten in Hamburg.


Übergang vom Geld ins Kapital. Warum ist die „dialektische Form der Darstellung nur richtig, wenn sie ihre Grenzen kennt“? In: Carl-Erich Vollgraf, Richard Sperl & Rolf Hecker (Hrsg.):Beiträge zur Marx-Engels-Forschung ,Neue Folge 2007, Hamburg, 2007, S. 45 ff. ISBN 978-3-88619-667-8


Gesellschaftliche Arbeit im "Kapital"


Cornelius Castoriadis und Karl Poppers platonischer Idealismus . Dieser Text gehört zu dem bereits erschienen Buch: Michael Sommer, Dieter Wolf, Imaginäre Bedeutungen und historische Schranken der Erkenntnis. Eine Kritik an Cornelius Castoriadis.
Hamburg 2008, Argument Verlag • ISBN 978-3-88619-344-8 ( 274 Seiten, [D])
www.argument-buchhandlung.de


Das Kapital als automatisches Subjekt und die Einheit von Darstellung und Kritik [als PDF] Dieser Exkurs gehört zu dem bereits erschienen Buch: Michael Sommer, Dieter Wolf, Imaginäre Bedeutungen und historische Schranken der Erkenntnis. Eine Kritik an Cornelius Castoriadis.
Hamburg 2008, Argument Verlag • ISBN 978-3-88619-344-8 ( 274 Seiten, [D])
www.argument-buchhandlung.de